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Jährlich kommen rund 50 Heuler in Pflege
Die Biologen der Station päppeln verletzte oder allein gelassene
Seehund-Jungtiere, sogenannte Heuler, wieder auf - seit der Gründung
waren es mehr als 1.000. Rund 50 Heuler nimmt die Station jedes Jahr ab
Saisonbeginn Anfang Juni auf. Die Bezeichnung Heuler für die verwaisten
Seehundbabys kommt übrigens von den charakteristischen Rufen - einem
mitleidserregend klingenden Heulen - an denen die Mutter ihr Junges
erkennt.
Wenn die Seehunde etwa 30 Kilo wiegen, werden sie zurück in die
Nordsee gebracht. In der Station ziehen die Pfleger die kleinen Seehunde
zunächst mit einem der Muttermilch ähnlichen Brei groß, bis diese ihre
ersten Heringe vertilgen können. Wenn sie ein Gewicht von etwa 30
Kilogramm erreicht haben, entlassen die Biologen ihre Schützlinge wieder
in die freie Wildbahn. Damit liegt das Entlassungsgewicht der jungen
Seehunde zunächst um einiges über dem, was ihre in der Natur lebenden
Altergenossen auf die Waage bringen. Die Extra-Fettreserven benötigen
die jungen Seehunde für einen guten Start in freier Natur. Denn bei
ihrer Auswilderung haben die Jungtiere das selbstständige Jagen noch
nicht erlernt.
Damit die Jungtiere sich nicht zu sehr an Menschen gewöhnen und sie
möglichst naturnah betreut werden können, herrscht im Aufzuchtbereich
der Station Besuchsverbot. Einige Seehunde, die in der Nordsee nicht
überleben würden, leben aber ständig auf der Anlage. Sie tummeln sich in
großen Meerwasserbecken und können dort von den Besuchern beobachtet
werden.
Kegelrobben und Seehunde gemeinsam
Kegelrobben sind neben Seehunden die zweite Robbenart an deutschen
Küsten, kommen aber seltener vor. Einmalig ist in Friedrichskoog, dass
Seehunde und Kegelrobben, die beiden in Deutschland heimischen
Robbenarten, gemeinsam gehalten werden. Ein riesiges Unterwasserfenster
ermöglicht es, den Robben auch beim Tauchen zuzusehen. Außerdem
informiert die Seehundstation ausführlich über Biologie, Lebensräume und
Gefährdung der Tiere. Ein Kinder-Aktiv-Bereich mit Sinnestunnel richtet
sich speziell an die jüngsten Besucher.
Die Seehundstation in Friedrichskoog ist die einzige autorisierte
Einrichtung ihrer Art in Schleswig-Holstein. Eine weitere
Seehundaufzuchtsstation gibt es im niedersächsischen Norddeich.
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